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Schlafstörungen

Schlafstörungen sind Abweichungen vom gesunden Schlafverhalten. Sie werden nach der neuen "International Classification of Sleep Disorders" (ICSD-2) eingeteilt in:

  • Insomnie
  • Schlafbezogenene Atmungsstörungen
  • Hypersomnien zentralnervösen Ursprungs
  • Zirkadiane Schlafstörungen
  • Parasomnien
  • Schlafbezogenen Bewegungsstörungen

 

Zu den Insomnien (ungenau: Schlaflosigkeit = Agrypnie) zählen Schwierigkeiten beim Einschlafen, Störungen des Durchschlafens und vorzeitiges Erwachen. Zu den schlafbezogenen Atmungsstörungen unter anderem die Schlafapnoe (vorübergehened Atemstillstände im Schlaf, meist mit Schnarchen verbunden). Als Hypersomnie wird übermäßiges Schlafen bezeichnet. Zirkadiane Schlafstörungen findet sich zum Beispiel bei Schichtarbeit oder Jet Lag. Zu den Parasomnien zählen Schlafwandeln (Somnambulismus), Alpträume, nächtliches Aufschrecken (Pavor nocturnus), nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus). Unter schlafbezogenen Bewegungsstörungen fällt zum Beispiel das Syndrom der unruhigen Beine (Restless-Legs-Syndrom).

Einschlafstörung

Betroffene liegen quälend lange wach, in Extremfällen sogar stundenlang, bis sie einschlafen, oft nach ungewohnter körperlicher oder geistiger Anstrengung. Teilweise fühlen sie sich unruhig und machen sich in dieser Wachphase viele Gedanken. Sie können nicht abschalten und sagen sich, dass es vernünftiger ist, einzuschlafen. In Extremfällen kommt es zu einer Art Schlaflosigkeit. Die eine Seite versucht einzuschlafen, die andere hält sie davon ab. Die Gedanken und Gefühle, die normalerweise im REM-Schlaf verarbeitet werden, kommen quälend in unwirklichen Phantasien vor das innere Auge des Betroffenen. Ab etwa 3 Stunden Schlaflosigkeit ist es beinahe unmöglich, noch einzuschlafen. Oft schlafen betroffene Personen die ganze Nacht nicht ein. Besonders unangenehm ist daraufhin der nächste Tag. Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen und andere leiden sekundär unter den Folgen von Schlafstörungen, weil sie mit der Unkonzentriertheit der Betroffenen umgehen müssen. Von Einschlafstörungen betroffene Menschen haben eine sehr viel höhere Gefahr, manisch oder chronisch depressiv zu werden.

Durchschlafstörung

Der Schlaf ist oberflächlich und undurchgängig, man wacht häufig auf, jedoch ohne körperliche Ursachen, wie Durst oder Harndrang.

Vorzeitiges Erwachen

Man wacht nach objektiv und subjektiv zu kurzem Schlaf auf und kann nicht mehr einschlafen. Der Betroffene liegt im Bett, wünscht sich, wieder einzuschlafen und liegt quälend lange wach. Unter vorzeitigem Erwachen leiden häufig ältere Menschen.

Albtraum

Albträume sind furchterregende Träume, die, wenn sie sich wiederholen, einen gewissen Leidensdruck erzeugen. Sie treten meist vor oder nach belastenden Ereignissen (zum Beispiel Autounfall, Prüfung, Operation) oder nach einer überstandenen Krankheit auf. Auch Alkohol- oder Drogenkonsum kann zu Albträumen führen. Die meisten sind harmlos und werden vergessen, aber manche Albträume werden von einigen Menschen bis ins kleinste Detail im Langzeitgedächtnis gespeichert und verweilen dort das ganze Leben des Menschen.

Schlafwandeln (Mondsucht, Nachtwandeln, Somnambulismus)

Auch das Schlafwandeln (Somnambulismus) wird zu den nichtorganischen Schlafstörungen gerechnet. Dabei geht der Betroffene „wie im Traum" in der Wohnung herum und scheint teilweise planvoll zu handeln. Dabei kann es durchaus zu Selbstgefährdung (wie Stürzen oder Verletzungen) oder Fremdgefährdung kommen. Nach dem Aufwachen können sich viele an nichts mehr erinnern.

Hypersomnie

Die Betroffenen leiden unter einem vermehrten Schlafbedürfnis, klagen aber am nächsten Tag trotzdem über Müdigkeit und Erschöpfung. Hypersomnie kann auch organische Ursachen haben.

Zu nennen ist hier das Schlafapnoe-Syndrom (lautes Schnarchen mit Atempausen),das Upper-airway-resistance-Syndrom (Schnarchen mit Anstrengung bei der Einatmung) außerdem kommen u.a. Narkolepsie oder das Restless-Legs-Syndrom neben der Übergewicht assoziierten Hypoventilation infrage.

Behandlung nichtorganischer Schlafstörungen

Schlaffördernd wirkt alles, was der Entspannung und dem seelischen Ausgleich dient und wird der Schlafhygiene zugeordnet. Man muss innerlich und äußerlich „loslassen" können, um Ruhe zu finden. Viele Menschen bevorzugen dafür Kuschelstimmungen, individuelle Arm- und Beinhaltungen; eigene Kissen oder Decken, die umschlungen werden.

  • Entspannende Rituale (z. B. gemeinsam ein Spiel spielen, sich vorlesen lassen, eine Honigmilch trinken, sich von ruhiger Musik berieseln lassen)
  • Entspannungsübungen wie z.B. Herzkohärenz zur optimalen Synchronisierung der Rhythmen von Herzschlag, Atmung und Blutdruck
  • ein warmes Bad mit Melissen- oder Lavendelöl
  • Massagen
  • sanfte Bewegung (aber keinen anstrengenden Sport)
  • Beruhigungstees

Da vor allem psychische Probleme zu Schlafstörungen führen, kann die Nacht zu einem wichtigen Problemhelfer werden. Es ist still, der Partner schläft und die Kinder schlafen, man ist ungestört und kann über sich selbst nachdenken. Es kann hilfreich sein, die Sorgen und Probleme, die Zwischenbilanzen und Entscheidungen (am besten kleine Schritte) aufzuschreiben. Dazu kann ein Schlaftagebuch nützlich sein.

In manchen Fällen ist eine medikamentöse Behandlung erforderlich, besonders wenn die Schlafstörung Ausdruck einer zugrunde liegenden psychischen Erkrankung (z.B. Depression, Angsstörung) ist. Dies sollte unbedingt fachärztlich erfolgen. Vom unkritischen Einsatz von Schlafmitteln (z.B. Benzodiazepine) ist dringend abzuraten, da sie nur die Symptome bekämpfen und die Gefahr der Abhängigkeit besteht.


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