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Schlaganfall-Risikofaktoren

Ein Schlaganfall stellt meistens eine plötzliche, schwere Erkrankung dar. Leider sind die Behandlungsmöglichkeiten eines akuten Schlaganfalles auch mit der modernen Medizin häufig begrenzt und die Betroffenen bleiben für lange Zeit oder gar auf Lebenszeit schwer beeinträchtigt. Umso wichtiger sind daher die Kenntnis der wichtigsten Risikofaktoren und die Vorbeugung von Schlaganfällen! Wichtig ist auch, das ein Schlaganfall häufig nicht isoliert auftritt, sondern dass diese PatientInnen häufig auch an anderen Gefäßerkrankungen (v.a. der Herzkranzgefäße leiden). Eine Kontrolle der Risikofaktoren senkt daher auch das Risiko für andere Gefäßerkrankungen deutlich.

Nicht beeinflussbare Risikofaktoren

Manche Risikofaktoren des Schlaganfalles sind nicht beeinflussbar. Dazu zählen Geschlecht - Männer haben ein höhere Schlaganfall-Risiko als Frauen - und Alter - mit steigendem Alter kommt es zu einem deutlichen Anstieg des Risikos. Es besteht auch eine individuell unterschiedliche Neigung (Disposition) einen Schlaganfall zu erleiden. So treten in manchen Familien häufiger Schlaganfälle auf als in anderen. Dies dürfte einerseits durch Erbanlagen (Gene) aber auch durch innerhalb von Familien weitergegebene Verhaltensweisen (z.B. ungesunde Ernährung) bedingt sein.

Beeinflussbare Risikofaktoren

Wir kennen aber eine Reihe von Risikofaktoren des Schlaganfalles, die durch entsprechende Vorbeugung und Behandlung gut kontrollierbar und veränderbar sind.

Hypertonie

Der wichtigste veränderbare Schlaganfall-Risiko ist der erhöhte Blutdruck (arterielle Hypertonie). Sowohl ein erhöhter systolischer als auch ein erhöhter diastolischer Blutdruck bedeuten ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Auch eine ungenügende Blutdruck-Einstellung nach einem Schlaganfall erhöht das Risiko eines weiteren Schlaganfalles deutlich. Ein erhöhter Blutdruck verursacht aber häufig lange Zeit keine Symptome und die Betroffenen wissen oft gar nichts davon! Es ist daher sehr wichtig, dass Sie Ihren Blutdruck regelmäßig selbst kontrollieren oder kontrollieren lassen. Wiederholt in Ruhe gemessene Blutdruck-Werte über 140/90 mm Hg bedeuten, dass ein erhöhter Blutdruck vorliegt. Bei einem diastolischer Wert von 90 mm Hg besteht beispielsweise ein 3-fach höheres Schlaganfall-Risiko als bei einem Wert von 75! Der genannte Blutdruck-Grenzwert gilt im wesentlichen für jedes Alter! Die frühere Regel „Lebensalter plus 100" für die obere Blutdruck-Grenze ist seit langem als unrichtig erkannt worden. Man weiß sogar, dass bereits Blutdruck-Werte zwischen 130-140 mm Hg mit einem signifikant erhöhten Schlaganfall-Risiko einhergehen, dieser Bereich wird daher als „Grenzwert-Hypertonie" bezeichnet. Bei geringer Blutdruck-Erhöhung reichen unter Umständen nicht-medikamentöse Maßnahmen aus, wie Gewichtsreduktion, regelmäßige sportliche Aktivität, Reduktion des Salzkonsums und Entspannungsübungen. Häufig werden aber Medikamente benötigt, um den Blutdruck ausreichend zu senken. Die modernen Blutdruck-Medikamente sind in der Regel sehr gut verträglich, ihr Arzt kann das für Sie passende Medikament aussuchen. Allgemein wird bei der Behandlung der Hypertonie ein Blutdruck unter 135/85 angestrebt. Wenn Sie an Hypertonie leiden, sollten durch regelmäßige, am besten tägliche Blutdruck-Kontrollen sicherstellen, dass Ihre Einstellung ausreichend ist. Sie sollten auch die Werte zu verschiedenen Tageszeiten miteinander vergleichen. Durch Führen einer Blutdruck-Tabelle erleichtern Sie Ihrem behandelnden Arzt eine optimale Blutdruck-Behandlung erheblich. Genauere Informationen zu Blutdruck und Blutdruck-Behandlung finden Sie auf der Homepage der Deutschen Hochdruckliga (http://www.paritaet.org/hochdruckliga/indexv4.htm)

Tabelle 1: Klassifikation des Blutdrucks (mmHg) entsprechend der Weltgesundheitsorganisation (WHO); Hypertonie = Bluthochdruck.

Kategorie Systolisch Diastolisch
Optimal < 120 < 80
Normal < 130 < 85
Hochnormal 130-139 85-89
Hypertonie (mild) 140-159 90-99
Hypertonie (mäßig) 160-179 100-109
Hypertonie (schwer) > 180 > 110
Isolierte systolische Hypertonie > 140 < 90

Tabelle 2: Lebensstiländerung und Blutdruckreduktion

Lebensstiländerung Blutreduktion
Wiedererlangen des normalen Körpergewichts
(BMI 18,5 - 24,9)
5-20 mm Hg/ 10kg Gewichtsverlust
Fettarme Ernährung + Gemüse, Obst 8-14 mm Hg
Natrium(=Salz-)reduktion 2-8 mm Hg
Körperliche Aktivität 4-9 mm Hg
Alkoholkonsum beschränken (nicht mehr als 2 Drinks/Tag) 2-4 mm Hg

Diabetes

Ein weiterer wichtiger Schlaganfall-Risikofaktor ist der Diabetes mellitus. PatientInnen mit Diabetes haben ein mehrfach erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Man weiß mittlerweile, dass gerade bei Diabetikern, neben der guten Blutzucker -Einstellung, eine exakte Kontrolle bzw. das Ausschalten anderer Gefäß-Risikofaktoren von besonderer Bedeutung ist. So wird empfohlen, dass Diabetiker mit erhöhter Eiweißausscheidung im Harn Blutdruckwerte unter 120/80 anstreben sollen.

Cholesterin

Der Zusammenhang zwischen Cholesterin und Schlaganfall ist wesentlich weniger stark als zwischen Cholesterin und Herzinfarkt. Dennoch dürfte eine Erhöhung des Gesamtcholesterinspiegels oder des sogenannten LDL-Cholesterins bzw. eine Erniedrigung des („guten") HDL-Cholesterins mit einem erhöhten Schlaganfall-Risiko einhergehen. Bei Cholesterinerhöhungen sollte man selbstverständlich versuchen, durch diätetische Maßnahmen den Cholesterinwert zu senken, wobei bei Personen ohne bestehende Gefäßerkrankungen ein Wert unter 200 mg/dL (bzw. LDL-Wert unter 160 mg/dL) als normal anzusehen ist. Bei bestehender Gefäßerkrankung sollten diese Werte noch niedriger sein In den letzten Jahren wurde außerdem bewiesen, dass bestimmte Medikamente, die zur Cholesterinsenkung verordnet werden (sogenannte Statine), offensichtlich auch über andere Mechanismen das Gefäßsystem schützen können. Die Wirkung der Statine scheint sogar relativ unabhängig vom Ausgangs-Cholesterinspiegel zu sein. Die Gabe von Statinen wird daher derzeit bereits bei PatientInnen nach Schlaganfall und Cholesterinwerten über 160 mg/dL empfohlen. Da diese Medikamente relativ teuer sind, ist selbstverständlich eine genaue Indikationsstellung durch Ihren Arzt wichtig. Man weiß aber mittlerweile, dass Statine bei vielen Schlaganfall-PatientInnen das Risiko weitere Gefäßkomplikationen (v.a. Schlaganfall, Herzinfarkt) deutlich senken können.

Rauchen

Es ist bewiesen, dass Rauchen (v.a. Zigarettenrauchen) das Risiko von Gefäßerkrankungen um ein Mehrfaches ansteigen lässt. Der Zusammenhang zwischen Rauchen und Schlaganfall ist zwar nicht so stark ist wie zwischen Rauchen und Herzinfarkt, dennoch ist Zigarettenrauchen aus medizinischer Sicht selbstverständlich streng abzulehnen. Dies gilt natürlich besonders für Personen, die bereits einen Schlaganfall erlitten haben oder andere Risikofaktoren haben. Wahrscheinlich besteht sogar ein besonderer Zusammenhang zwischen Rauchen und Schlaganfall bei jungen Frauen, die gleichzeitig die „Pille" einnehmen. Hier dürften zusätzlich bestimmte genetische Faktoren eine Rolle spielen. Die Kombination Pille und Rauchen sollte aber in jedem Fall vermieden werden und man findet diese Kombination auffallend häufig bei jungen Patientinnen, die einen Schlaganfall erlitten haben.

Übergewicht

Auch Übergewicht geht mit einem erhöhten Risiko von Gefäßerkrankungen einher. Besonders schwerwiegend ist die Tatsache, dass Übergewicht meistens mit erhöhtem Blutdruck, erhöhten Blutfettwerten und einer Diabetesneigung einhergeht. Diese Kombination wird auch als „metabolisches Syndrom" bezeichnet und bedeutet ein extrem erhöhtes Gefäßrisiko. Allein durch Gewichtsreduktion können häufig auch die anderen genannten Risikofaktoren deutlich verbessert oder überhaupt in der Griff gebracht werden. Heutzutage berechnet man Übergewicht meistens anhand des Body-Mass-Index (BMI). Der BMI errechnet sich folgendermaßen: Körpergewicht (in kg) durch (Körpergröße in m) 2 . (Also z.B. 75/ (1,70*1,70)= 25,95. Bei Werten über 30 spricht man von Fettleibigkeit (Adipositas), 25-30 gelten bereits als Übergewicht und als normal gelten Werte zwischen 18,5-24,9. Es ist erwiesen, dass Gewichtsreduktion zur Blutdruck-Senkung beiträgt und das Risiko eines Diabetes deutlich absenkt.

Bewegungsmangel

Mangel an körperlicher Bewegung ist mit einem erhöhten Gefäß-Risiko vergesellschaftet. Bereits mäßige - aber regelmäßige - körperliche Bewegung senkt das Risiko von Herzinfarkt und Schlaganfall deutlich. Wichtig ist aber, dass Ausdauersportarten bevorzugt werden sollen. Wettkampfsportarten oder Kraftsportarten können - z.B. durch plötzliche Blutdruck-Anstiege - unter Umständen das Risiko sogar erhöhen und sollten nur von gefäßgesunden Personen und in Verbindung mit Ausdauersportarten durchgeführt werden. Der Ausdauersport sollte mindestens 3-mal pro Woche durchgeführt werden. Das Ausmaß der für Sie empfehlenswerten Belastung sollte nach Rücksprache mit Ihrem Arzt festgelegt werden.

Gerade nach einem Schlaganfall stellt sich häufig das Problem, dass durch körperliche Behinderung oder eine Einschränkung der Sinnesorgane bestimmte Sportarten nicht mehr ausgeführt werden können. Auch hier ist es wichtig, nicht vorschnell „die Flinte ins Korn zu werfen", sondern mit Arzt, Physiotherapeuten und Ergotherapeuten eine für Sie durchführbare Form körperlicher Betätigung bzw. Trainings zu finden.

Alkoholkonsum

Häufig wird davon gesprochen, dass Alkohol die Gefäße schützen kann. Dies gilt aber ausschließlich für Alkoholmengen unter 40 g Alkohol/Tag (das sind ca. 3/8 l Wein) pro Tag bei Männern bzw. unter 20 g/Tag bei Frauen. Höherer Alkoholkonsum ist für den Körper auf verschiedene Weise schädlich und führt z.B. zu einer Blutdruck-Erhöhung. Da mehrere hunderttausend Österreicher und Österreicherinnen alkoholkrank sind, kann eine Empfehlung für Alkoholkonsum zur Schlaganfall-Vorbeugung sicherlich nicht generell ausgesprochen werden.

Vorhofflimmern

Bestimmte Formen von Herzrhythmusstörungen sind besonders gefährlich für die Entwicklung eines Schlaganfalls. So können sich Blutgerinnsel im Herzen bilden, diese mit dem Blutstrom ins Gehirn gelangen, eine Arterie verstopfen (Embolie) und so einen Schlaganfall auslösen. Das sogenannte Vorhofflimmern ist ein spezielle Form der Herzrhythmusstörungen. Es äußert sich durch einen unregelmäßigen Herzschlag und erhöht das Schlaganfall-Risiko sehr stark. Dieser unregelmäßige Herzschlag ist meist nicht direkt spürbar (Herzstolpern oder Herzklopfen). Dadurch ist das Vorhofflimmern besonders gefährlich.

Die Häufigkeit des Vorhofflimmerns nimmt mit steigendem Alter zu. Im Alter von 65 bis75 Jahren sind 3 bis 6% der Bevölkerung betroffen. In der Altersgruppe über 75 Jahre liegt die Häufigkeit bereits bei 12 bis 16%. Durch die Gabe von Medikamenten, welche die Blutgerinnung hemmen (sogenannte Blutverdünner) kann das Schlaganfall-Risiko um bis zu 70% reduziert werden.

Andere Risikofaktoren:

  • Homozystein
  • PFO
  • Kontrazeptiva
  • Migräne

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